Eine App, die Leben retten kann – die Mobile Rettungskarten App

Eine App, die Leben retten kann – die Mobile Rettungskarten App

Es gibt inzwischen wirklich für jeden Anwendungsbereich Apps, die uns im Alltag unterstützen. Neben nützlichen Helfern wie Babyphone-App oder digitalen Einkaufszettel gibt es auch lebensrettende Apps. Zum Beispiel Notfall Apps, die mit nur einem Klick Notrufnummern automatisch wählen, bzw. Rettungskräften Daten wie Blutgruppe, Allergien oder zu verständigende Familienmitglieder verraten.

Ich möchte hier eine App vorstellen, die nicht nur Leben retten, sondern – mindestens genau so wichtig – auch Leben schützt. Es handelt sich dabei um eine App einer österreichischen Firma, die sich diesem Thema ziemlich alleine angenommen hat – den Rettungskarten.

Versteckte Gefahren

Im Rahmen einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Henndorf am Wallersee, deren Mitglied ich bin, wurden wir dahingehend sensibilisiert, dass bei Verkehrsunfällen, bei denen wir schweres Gerät wie Bergeschere oder -spreizer zur Rettung verunfallter Personen einsetzen müssen, unsichtbare Gefahren drohen. Nicht ausgelöste Airbags, verbaute Gasdruckdämpfer, Gasgeneratoren, Gurtstraffer, Batterien und Stromleitungen … heißen die Gefahren für die Rettungskräfte, die versuchen verunfallte Personen aus dem Wrack zu befreien.

Welche Kräfte zum Beispiel beim Auslösen eines Airbags wirken, kann man sich vielleicht gar nicht so leicht vorstellen. Wie sollte etwas, das eigentlich Leben rettet, im schlimmsten Fall Leben gefährden können. Die beiden folgenden Videos zeigen recht deutlich welche Gefahr von nicht ausgelösten Airbags ausgehen können.
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Mobile Rettungskarten

Vor solchen und ähnlichen Unfällen soll die App der Software Management GmbH schützen. Das über 400 mb große Programm wird direkt auf dem Smartphone – in meinem Fall einem SGS3 – abgespeichert und steht somit auch ohne Internet-Verbindung im Einsatzfall zur Verfügung. Die Mobilen Rettungskarten werden optimal dargestelllt, man kann hineinzoomen und sieht wo Verstärkungen des Rahmens im Auto verarbeitet sind, bzw. wo Gefahren drohen können.

Die Alternative

Die Alternative zu dieser App heißt schlicht und einfach Ordner. Wenig praktisch könnte man auch für jeden Autotyp einen Ausdruck der Rettungskarte im Einsatzfahrzeug mit sich führen. Das wäre natürlich dementsprechend umständlich, weil vor allem die Aktualisierung mit einem großen Aufwand verbunden wäre.

Auch der Autofahrerclub Öamtc hat dieses Problem erkannt und macht bereits seit geraumer Zeit mit einer Initiative auf diese Situation aufmerksam. Der eine oder andere hat vielleicht schon diesen Sticker an der Windschutzscheibe eines Autos gesehen. Dieser Sticker signalisiert Einsatzkräften, dass in diesem Auto, idealerweise hinter der Sonnenblende, die passende Rettungskarte im Ernstfall bereit liegt.

Den Sticker kann sich jeder bei den Öamtc Stützpunkten abholen und die Rettungskarte für das eigene Auto kann hier heruntergeladen und daheim am Farbdrucker(!) ausgedruckt werden. Zugegeben der Sticker ist nicht besonders schön, aber man sieht ihn selbst nicht, wenn man im Auto sitzt und das Gute ist, dass man sein Bestes getan hat, um den Rettungskräften bei einem Unfall eine schnelle und sichere Bergung zu ermöglichen.

Fazit

Es wäre natürlich wünschenswert, wenn die Fahrzeughersteller selbst, die Rettungskarten im Fahrzeug an prominenter Stelle “verbauen” würden, aber das dürfte ohne entsprechende Gesetze eher ein frommer Wunsch bleiben. Die Initiative des Öamtc ist lobenswert und ich selbst werde in den nächsten Tagen unser Auto mit dem Sticker verunstalten, im Fahrzeug die Rettungskarte für unser Auto hinter der Sonnenblende verstauen und somit mit gutem Beispiel vorangehen.

Für uns Rettungskräfte ist diese App trotz des verhältnismäßig hohen Preis von 10€ ein absolutes must-have; denn es wird wohl immer Fahrzeuglenker geben, die keine Rettungskarte im Fahrzeug haben und wir dürfen nicht vergessen es geht ja nicht zuletzt auch um unsere eigene Sicherheit.

Bildquelle: Google Play Store, Öamtc

Written by david

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